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200 Jahre Bockwindmühle in Meseberg

Ein Bündnis mit Petrus hatten die Freunde vom Meseberger Mühlen- und Heimatverein wohl nicht abgeschlossen, denn der öffnet seine Himmelsschleusen und ließ am Nachmittag die Sonne durchblicken. Zeitweise schüttete es so, dass manche Besucher spaßeshalber eher von einem Wasser- als einem Windmühlenfest sprachen. Dennoch hatten sich viele Zaungäste zum 200. Geburtstag der Windmühle eingefunden. Die Mitglieder des Vereins hatten historische Kostüme angelegt und verliehen so dem grauen Tag ein wenig Farbe.

 

Der prominenteste Gast, Geoff Monckton aus Neuseeland, Verwandter des Mühlengründers Johann Christoph Dassler und großzügiger Sponsor des aufwändigen, fünf Jahre dauernden Vorhabens Wiederaufbau der Mühle (Volksstimme berichtete), hatte eine Dolmetscherin an seiner Seite, die nicht nur übersetzte, was für ihn wichtig zu hören war, sondern auch seine kurze Rede den Besuchern erklärte, die darin gipfelte: „Vielen Dank für das Engagement des Mühlenvereins und dessen Unterstützung bei der Wiedererrichtung der Mühle. Es ist schön, sie für weitere Generationen erhalten zu wissen.“ Besonderer Verdienst, so Vereinsvorstandsmitglied Runa Urbscheit, gebühre dem Bismarker Mühlenbauer Ulrich Blümner und seinen Mitarbeitern für die ausgezeichnete Arbeit. Und der meinte: „Die Arbeit hat uns viel Spaß gemacht, aber einiges an der technischen Inneneinrichtung wie die Flügelverstellung und die Steinhebevorrichtung ist noch bis Ende Oktober zu erledigen.“

Die Grundsteinlegung der Bockwindmühle erfolgte am 26. April 2008. Die Bausumme von 140000 Euro sei zu zwei Dritteln mit EU-Mittel gefördert worden, sagte Vereinsvorsitzender Bernhard Sasse. Dazu hatte man das Projekt Mühle in die Lokale Aktionsgruppe Mittlere Altmark (Leader) aufgenommen. Deren Vorsitzende Verena Schlüsselburg lobte: „Der Mühlenverein hat mit viel Engagement und Fleiß den Eigenanteil von einem Drittel der Summe aufbringen können.“ Nicht vergessen zu erwähnen darf man den immensen Anteil des Mühlentheaters an der Verwirklichung des Vorhabens.

Ortsbürgermeisterin Helga Beckmann richtete ihren Dank auch an die anderen Helfer und hob hervor, dass die Mühle für die gesamte Einheitsgemeinde Hansestadt Osterburg Signalwirkung haben werde. „Sie ist ein altes Wahrzeichen, das neu entstanden ist“, schloss sich Detlef Kränzel, stellvertretender Bürgermeister der Einheitsgemeinde, an und schickte voraus: „Wir werden dem Mühlenverein auch bei weiteren Vorhaben zur Seite stehen.“ Bürgermeister Nico Schulz war im Laufe des Nachmittags ebenfalls gekommen. Zur Gratulationscour erschienen auch die Meseberger Feuerwehr, mit der uns, so Sasse, „ein kameradschaftliches Verhältnis verbindet“ und eine Abordnung des befreundeten Griebener Heimat- und Windmühlenvereins. Bereits zu Beginn des Festes hatte der 81-jährige Windmüller Walter Plath aus Rossau die Besucher während einer Führung mit dem Aufbau und der Funktionsweise der Mühle bekanntgemacht. Allein der gewaltige Hausbaum bestehe aus einem 200 Jahre altem Eichenstamm, der aus dem von Rundstedt’schen Forst in Schönfeld stammt, berichtete er. Bei richtigem Betrieb könne die Mühle bis zu 200 Zentner Getreide aufnehmen.

Trotz des Regens hatte die Pflanzenbörse des Mühlenvereins geöffnet, Ute Rockstroh und Marion Brilling aus der Spinnstube Berge hatten unter anderem Handarbeiten im Angebot und ihre Spinnräder mitgebracht. Es gab Seife aus der Seifensiederei Kalbe und im Weltladen Tees, Gefilztes und kleine Jubiläumsmühlen.

Die Osterburger Blasmusikanten sorgten für musikalische Unterhaltung, die Idener Volkstanzgruppe brachte Schwung auf die Bretter, und die Königsmarker Tanzkinder standen ihnen nicht nach. Eine Schlackwurst, zwei Theaterkarten und ein Bild des Meseberger Malers Günter Lüder wurden versteigert – ein kleineres bekam Geoff Monckton als Andenken – und das Mühlentheater errang Lacherfolg mit dem extra für diesen Tag einstudierten Stück „Summen der Hummeln“ über eine missglückte Hochzeitsnacht mit Thomas Urbscheit und Matthias Lenz als frischgebackenem Ehepaar. Später beschloss die Band „Die Bobbys“ unter Leitung von Uwe Meseberg den Festtag.

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