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Meseberg wehrt sich gegen Dreckhaus und fühlt Eigentümer auf den Zahn

Meseberg - Konsum„Wir lassen da nicht locker, glauben Sie mir“, meint Helga Beckmann und verzieht das Gesicht. Wenn die Ortsbürgermeisterin an den früheren Konsum auch nur denkt, möchte sie sich am liebsten angewidert die Augen bedecken und die Nase zuhalten.

Den an heißen Tagen recht müffelnden Schandfleck an der Ernst-Thälmann-Straße zu beseitigen, entwickelt sich langsam zu einer Lebensaufgabe. Momentan werde geprüft, ob der Eigentümer überhaupt noch Steuern zahlt. „Wenn nicht, ergibt sich daraus vielleicht irgendein Hebel, den wir ansetzen könnten. Wir brauchen mehr Handlungsspielraum. “ Für eine insbesondere touristisch ambitionierte Ortschaft wie Meseberg sei das Haus ein echtes Problem.

Bis kurz nach der politischen Wende konnten die Einwohner in dem Komplex Waren des täglichen Bedarfs einkaufen, danach ist er bewohnt worden. Vor etwa drei Jahren zogen die letzten Mieter aus. Hausrat blieb zurück, vergammelte, neuer Müll kam hinzu. Jugendliche entdecken das Areal immer wieder einmal als Abenteuerspielplatz, was nicht ganz ungefährlich scheint. Als die AZ vor gut einem Jahr über Mesebergs Müllhaus berichtete, kam Bewegung in die Sache. „Der Eigentümer, eine britische Firma mit Sitz in Berlin, meldete sich. Angeblich liegt sie mit dem Ex-Mieter im Clinch, deshalb tut sich nichts.“ Ob das stimmt oder nicht, ist Beckmann letztendlich auch egal, sie will das Thema endlich auch von der politischen Tagesordnung haben.

904136_550763684944360_205773513_oDie Ämter in Osterburg hätten ihr Möglichstes getan. Das Objekt sei inzwischen ganz ordentlich gesichert. So schnell kommt dort niemand mehr rein. Die Müllberge hinter dem Haus scheinen ein wenig geschrumpft, vielleicht sind sie auch nur vom Unkraut überwuchert. Der Blick durch ein Fenster legt nahe, dass im Inneren noch immer das große Chaos herrscht. „Dabei ist das Objekt eigentlich ganz attraktiv, ein Teil davon ist sogar Fachwerk.“

Die Ortschefin kann sich gut vorstellen, dass sich irgendwann eine kommunale Wohnungsgesellschaft oder ein privater Vermieter für den Komplex interessieren könnte. „Womöglich ist in den Räumen, wenn sie saniert sind, sogar behinderten- oder altengerechtes Wohnen möglich. Doch so weit sind wir leider noch nicht.“

Von Marco Hertzfeld  © az-online
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