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Meseberger Verein veranstaltete am Sonnabend gesellige Feier

Schon von weitem machte am Sonnabend der dritte Mühlenbrand auf sich aufmerksam. Wer beispielsweise nach 17 Uhr die Landstraße nach Dobbrun benutzte, konnte auf Höhe Kattwinkel den Flammenschein sehen. Der 2003 ins Leben gerufene Meseberger Heimat- und Mühlenverein setzte mit diesem Spektakel den Schlusspunkt hinter seine diesjährigen baulichen Aktivitäten an der Bockwindmühle – oder zumindest beinahe. Denn das zwischenzeitlich wieder abgenommene Dach sollte am Freitag wieder aufgesetzt werden, doch die Windsbraut „Carmen“ hatte sich dagegen gestemmt.

„Bei dem Sturm war dieses Vorhaben eine zu riskante Sache“, erklärte Zimmerermeister Ulrich Blümner, der den Aufbau der Mühle bewerkstelligt und als Gast mit einem essbaren Mühlstein aus Brotteig zum Fest gekommen war. „Wir hoffen für Montag auf ruhigeres Wetter, um den Dachaufsatz hochzubekommen.“

Bei regnerischem Wetter hatten die Feierlichkeiten begonnen, dann schlug Petrus sich auf die Seite der Meseberger und schloss für eine Weile die Schleuse. Als das von Hartwig Brünsch entfachte Feuer sich in den Haufen Altholz gefressen hatte und die Flammen loderten, erschienen auch die Besucher. Auf Bildern an den Giebel des Dachaufsatzes gebeamt, konnten sie das Baugeschehen und die Aufführungen mehrerer volkstümlicher Stücke des Mühlentheaters, das zur finanziellen Unterstützung des Mühlenbaus 2005 gegründet worden war, zurück verfolgen. Alte Mühlenteile wie der Hausbaum, der als historisches Relikt aufbewahrt werden soll, dienten als Tische, an denen die Besucher saßen oder standen, um wieder mal in Ruhe zu klönen. Frauen des Vereins verkauften Glühwein und andere Getränke; im Windschatten des Standes wendete Reinhard Beckmann am Grill leckere Mühlenwürste, und Runa Urbscheit kellte deftige Mühlensuppe, die eine geschmackliche Ähnlichkeit mit Soljanka besaß, in die Schüsselchen. Das Geschäft zugunsten der Mühle florierte. Dazu trug auch die Versteigerung eines Bildes vom Meseberger Heimatmaler Günter Lüder bei; für 111 Euro brachte es Bernhard Seifert aus Osterburg in seinen Besitz. Beim Armdrücken konnten mehrere Besucher ihre Kräfte unter Beweis stellen.

Bauherr der im 19. Jahrhundert entstandenen Vorgängerin der jetzt rekonstruierten Mühle war der Meseberger Müller Karl Friedrich Wilhelm Dassler, der 1872 nach Neuseeland ausgewandert war, erfuhr die Volksstimme vom Vereinsvorsitzenden Bernhard Sasse. „Für uns ist die Mühle ein Symbol für Heimattreue.“ Das verrottete Bauwerk wieder aufzubauen, hatte sich der Heimat- und Mühlenverein zur Aufgabe gemacht. Seine 25 Mitglieder und sonstigen Helfer kümmern sich vor allem um die Beschaffung der finanziellen Grundlage für das nicht ganz billige Unterfangen. „Sowie wieder Geld da ist, können wir weitermachen“, so Sasse. „In diesem Jahr wurden das Kammrad mit der Rutenwelle sowie der Mehlboden und der Steinboden eingebaut. Außerdem bekam die Mühle einen Stert, um sie in den Wind drehen zu können und eine Außentreppe, um ins Innere zu gelangen.“ Wie es im nächsten Jahr weitergehen wird, müsse man sehen. Vorläufiges Ziel sei, das Meseberger Wahrzeichen bis 2013 fertig zu stellen.

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